Bangkoks Verkehrsader: Die Skytrain

Foto: Tourism Authority of Thailand

Was als erstes auffällt ist die Choreografie der Massen. Sie schieben und drängeln auf Straßen, Bürgersteigen, engen Einkaufsgässchen – einfach überall. Beim Anblick des allgegenwärtigen Hup-, Ruf-, Motoren- und Pfeifkonzerts wirken Bangkok-Besucher im ersten Augenblick wie gelähmt. Aber keine Angst, die Starre hält nicht lange an, man möchte eintauchen in das Gewirr, sich treiben lassen. Der Skytrain, Bangkoks jüngste Errungenschaft um dem Verkehrskollaps Herr zu werden, ist ein guter Einstiegspunkt für eine Erkundungstour. In zwölf Metern Höhe rauscht man in angenehm klimatisierten Wagons einfach über die verstopften Straßen hinweg zum Zielpunkt. Kleines Beispiel: die Fahrt vom Siam-Center zum Wochenendmarkt Chatuchak dauert mit dem Taxi, wenn es schlecht, also wie immer, läuft, knapp 50 Minuten. Die gleiche Distanz schafft der Skytrain in etwa 10 Minuten. Bemerkenswert: Obwohl schon x Jahre in Betrieb, sind die Abteile blitzblank poliert, von Schmierereien oder Müll keine Spur!

Rein ins Getümmel am Wochenendmarkt

Die Skytrain hält direkt vorm Markteingang. Früh am Vormittag ist der beste Zeitpunkt um über das überdimensionierte Verkaufsareal Chatuchaks zu schlendern. Zum einen sind die besten Textilwaren noch nicht vergriffen, zum anderen steigt die Besucherzahl proportional zur Tageszeit und den damit verbundenen höheren Temperaturen an. Das Stöbern wird hier zur Sisyphus-Aufgabe: asiatische Möbel in allen erdenklichen Variationen, Buddhastatuen von Daumengröße bis hin zu zwei Meter hohen Skulpturen und Unmengen von Textilwaren erschweren die Auswahl. Schnell wird klar: Chatuchak, das Labyrinth aus schmalen Gassen zwischen zahllosen Verkaufsständen, ist mehr als bloß ein folkloristischer Nippesmarkt für Touristen. Er gilt - gerade auch bei den alteingesessenen Thai Stadtbewohnern - als gute Fundgrube für Schnäppchen aller Art.

Nemo suchen – mitten in Bangkok

Der Wochenendmarkt wird gegen Mittag zu voll, deshalb wird es Zeit für Bangkoks neueste Attraktion: das Siam Ocean World - Südostasiens größtes Aquarium. Es umfasst 10.000 Quadratmeter, verteilt sich in sieben Sektionen über zwei Stockwerke und wird von rund 30.000 Lebewesen 400 verschiedener Arten bevölkert! Zu den Haupt-Attraktionen zählt ein 800.000 Euro teurer Zacken-Zahn-Hai sowie bis zu 18 Kilogramm schwere und vier Meter lange Spinnen-Krabben. Zirka zwei bis drei Stunden sollte man sich Zeit nehmen, um die exotischen und teils furchterregenden Meeresbewohner zu bewundern. Spätestens wenn der Magen knurrt, ist die Entfernung zu einem Nachmittags-Snack dann auch nicht weit. Die Siam Ocean World liegt nämlich mitten in Bangkoks neu errichtetem Einkaufszentrum Siam Paragon, das neben einem Opernhaus, Kinos, Bowling-Bahnen, 250 Geschäften auch einen Gourmet-Markt und etliche Restaurants beherbergt.

Auf einen Streich: Tempel und Massage

Abendlicher Blick auf den Tempel Wat Arun

Foto: Tourism Authority of Thailand

Kein Bangkok-Besuch ohne Tempelbesuch und ohne fernöstliche Massage. Wer sich in den wohl bekanntesten Tempel Wat Po begibt, vereint beide Pflichtprogramme geschickt. Der Wat Po ist der bekannteste Tempel Thailands, beherbergt einen goldverzierten liegenden Buddha, der etwa 46 Meter lang und 15 Meter hoch ist. Erbaut wurde die imposante Tempelanlage im Jahr 1789 durch König Rama I. und die Architektur und besinnliche Stille des Areals begeistert noch heute. Im östlichen Teil des Wat Po ist die renommierteste Massageschule Thailands untergebracht. Kein Pomp, kein Siamkitsch und kein esoterisches Tamtam - aufwendiges Dekor ist oft ein Indiz für eine Touristenfalle - stören die Zweckmäßigkeit der Behandlungsräume. Die feine Linie zwischen Wohlbefinden und Qual finden die Masseure im Wat Po mit professioneller Sicherheit. Der geschulte Einsatz von Händen, Ellenbogen und gar Füßen bewirkt in kürzester Zeit völlige Wiederbelebung des reisestrapazierten Körpers.

Augen- und Gaumenschmaus im Abendlicht

48 Stunden, zwei Abende, zwei romantische Tipps für ein Dinner mit Kulisse: Im Vertigo, Bangkok's höchstem Freiluft-Restaurant im 62. Stockwerk des 5-Sterne-Hotels Banyan Tree, verbinden sich das hochklassige kulinarische Spezialitäten mit einer sagenhaften Aussicht auf die funkelnde Skyline. Irgendwo im Hintergrund rieselt Cafe Del Mar-Musik aus versteckten Lautsprechern, gegrilltes Meeresfrüchte zergehen auf der Zunge und der Smog der Metropole taucht die Silhuette der Hochhäuser in ein sanftes Rot – einfach Fantastisch! Nicht minder spektakulär ist ein Abendessen auf einem Khlongboot über den Chao Phraha Fluss. Die Dinnerfahrt inklusive Drei-Gänge-Menü kann man in renommierten Hotels direkt an der Rezeption buchen. Auch hier ist die Dämmerung der bestgewählte Zeitpunkt. Im Abendrot schieben sich die wichtigsten Tempel und Sehenswürdigkeiten ins Blickfeld: der porzellanüberzogene Turm des Wat Arun, der Tempel Wat Po und gleich daneben die imposante Silhouette des Großen Kaiserpalastes in der untergehenden Sonne.

Nadi Yusuf, 2. Januar 2007

Paris, Wien, Florenz? Zur 48 Stunden in... Serie

Immer erfrischt auf Reisen - hier die besten Pflegeprodukte

Top ausgerüstet in der Fremde - das Neueste aus der Elektrobranche

Bildergalerie:

Bangkok