Prachtstück Notre Dame

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Sicher, mit dem Flieger geht der Trip nach Paris am schnellsten, aber am stilvollsten ist immer noch der Nachtzug. Auch wenn die Anfahrt lange dauert - die Ankunft morgens um 7 Uhr am Gare de l’Est ist einfach formidable. Da wacht die Stadt, ach mon dieu, diese andere Welt, gerade auf. Und alle sind sie da: die schnauzbärtigen Männer mit Baguettes unterm Arm, die Gauloises rauchenden Jean-Paul-Belmondos, die netten Studentinnen, geschniegelte Bänker und heruntergekommene Bettler, Chinesen und noch mehr Nordafrikaner. Doch der Bummel durch den Bahnhof ist nur ein Vorgeschmack, was einen draußen erwartet: ein ganzer Kosmos, dessen Vielfalt keine deutsche Stadt hinbekommt, nicht einmal Berlin. Daher lautet die goldene Regel bei einem Kurzbesuch in Paris: Nicht zu viel vornehmen, sondern einfach treiben lassen – schließlich ist man in der Stadt der Liebe und in der Stadt, wo das savoir-vivre tatsächlich gelebt wird wie an wenigen anderen Plätzen.

Rendezvous mit Wasserspeiern

Dieses treiben lassen geht jedoch in einigen Arrondissements besonders gut, zum Beispiel im quirligen Marais. In den netten Hinterhöfen der Village Saint-Paul bieten zahlreiche Geschäfte und Läden jede Menge Antiquitäten und Krimskrams an und laden zum entspannten Schmökern und Bummeln ein. Als kleiner Aufputscher zwischendurch lockt das beste Eis der Stadt, das bei Berthillon nur nach geduldigem Anstehen zu haben ist. Doch das Warten lohnt sich. Frisch gestärkt geht es weiter auf die Ile de la Cité. Mit der Notre-Dame folgt hier der Kulturteil, doch dieses wahre Prachtstück gotischer Baukunst darf einfach nicht ausgelassen werden. Man muss einfach mal im Inneren gewesen sein, um die riesigen Dimensionen der Kathedrale zu erfahren. In ihrem fünfschiffigen Langhaus finden immerhin 9000 Personen Platz! Der Blick vom Turm hat es ebenfalls in sich: Aus 69 Meter Höhe schauen mit Ihnen zusammen die bizarren Wasserspeier auf Paris hinab, die in Victor Hugos "Glöckner von Notre-Dame" zu unsterblichem Ruhm kamen.

Jedem das Seine – Hauptsache Seine

Genug mit Kultur für heute. Im benachbarten Quartier Latin, rund um die Universität Sorbonne, bieten sich Dutzende von Cafés und Restaurants zum Ausruhen und/oder Abendessen an. Besonders attraktiv sind Lokale, bei denen man auf die Seine mit ihren vorbeiziehenden Schiffen blicken kann. Apropos Schiffe. Das Le Batofar stellt da ein ganz Besonderes dar, schließlich wurde das alte Leuchtturm-Schiff zu einer Disco umgebaut, zu einer der angesagtesten der Stadt obendrein. Wen es interessiert: Es ankert am Quai Francois Mauriac bei der Nationalbibliothek. Wundern Sie sich jedoch nicht über zwei Dinge: Erstens öffnet die Lokalität wie die meisten hier erst um 23 Uhr und zweitens fällt Ausgehen in Paris nicht unbedingt in die Rubrik Schnäppchenjagd.

Nach Mitternacht unterm Eiffelturm

Auch im Dunkeln eine Augenweide

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Sie denken, das war’s? Nein, nein, in Paris wird nicht geschlafen, nicht diese 48 Stunden. Also rein ins Taxi und zum Eiffelturm gefahren. Denn wer kennt den 320-Meter-Riesen eigentlich, wenn er alleine ist? Wenn er sich ausruht von den fotogierigen Touristen aus aller Welt, die Tag für Tag besteigen, um von seiner Plattform hinabzublicken. Wenn spätestens um Mitternacht die Lifte schließen, sollte man über die kleine Absperrung steigen, die den Kiesplatz zwischen den vier riesigen Stahl-Füßen umrahmt, sich unter dem Turm auf den Boden legen und einfach nur hinaufblicken.

Erst shoppen, dann bummeln

Paris ohne Shoppen - undenkbar. Wer es nicht so sehr auf die großen Häuser à la Lafayette abgesehen hat, dem sei der Marché d’Aligre ans Herz gelegt. Es ist ein gemütlicher, lebhafter Markt auf einem kleinen Platz nahe der Bastille-Oper. Neben Kleidern und Schnickschanck werden hier Dienstag bis Sonntag vormittags auch Lebensmittel zu sehr günstigen Preisen angeboten. Der Markt erfreut sich bei Einheimischen großer Beliebtheit, was eine gewisse Qualität bezeugt. Qualität, das verspricht auch der Louvre, der neben Mona Lisa und Venus von Milo noch viel mehr zu bieten hat. Am jeweils ersten Sonntag im Monat vor allem kostenlosen Eintritt. Wem die Nachwirkungen vom Batofar und die vielleicht langen Warteschlangen zu sehr zu schaffen machen, der ruht sich ein wenig in den benachbarten Jardin des Tuileries aus. Danach geht es nach Montmartre. Das verruchte Viertel besitzt nach wie vor verträumte Ecken, und wer den stetigen Hügelanstieg – über das Moulin Rouge und die kleine Rue Rustique - zur Sacre-Coeur auch in den weniger belebten Straßen geht, der wird sie entdecken. Doch so schön die Basilika mit ihrer weißen Kuppel auch sein mag: Die atemberaubende Stadtaussicht auf der Freitreppe ist noch viel schöner.

Christian Haas, 3. Januar 2007

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Der richtige Duft für die Stadt der Liebe

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