Vorurteile zuhause lassen

Allenfalls strandtauglich.

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Es hat sicherlich keinen Sinn, mit stereotypen Vorurteilen im Kopf nach Nordamerika zu reisen, denn es ist schlichtweg unwahr, dass die meisten Amerikaner übergewichtig, oberflächlich und ungebildet sind. Die Bewohner stammen aus den unterschiedlichsten Kulturen, existieren in verschiedensten Lebensformen und das Land ist riesig groß, weshalb extreme Unterschiede zwischen den einzelnen Gegenden herrschen. Darum ist Toleranz die erste Bürgerpflicht in den USA und besonders im Freidenker-Land Kanada, auch wenn einige extreme Gruppierungen das nicht so sehen.

Quiz: Fit für die USA?

Sprachhilfe im Urlaub

Das ausgeprägte Verständnis für das Anderssein kommt auch Touristen zugute, die beim Verstoß gegen die meisten Knigge-Regeln glücklicherweise nur freundlich belächelt werden. Aber Achtung: Das gilt keinesfalls beim Begehen von Straftaten! Gerät man mit der Polizei, den Grenzkontrolleuren oder anderen Staatsdienern in Konflikt, sollte man freundlich sein und sachlich Auskunft geben. Witzige Kommentare zur Auflockerung der Situation sind hier keine gute Idee.

Ein Muss: Das Trinkgeld

Keinen Spaß versteht man in den USA und Kanada zudem nicht, wenn es um das Trinkgeld geht. Denn der sogenannte „tip“ ist in beiden Ländern keine Belohnung für besonders guten Service, sondern ein fester Bestandteil des Lohnes! Wer ihn vergisst, begeht einen der größten Fauxpas, der auf dem nordamerikanischen Kontinent möglich ist.

Als Fastregel gilt: In Restaurants, Cafes oder Kneipen sind 15 bis 20 Prozent der Gesamtsumme als „tip“ üblich, Taxifahrer erhalten 15 Prozent, Zimmermädchen ein bis zwei Kanadische oder US Dollar pro Nacht, Kofferträger ebenfalls ein bis zwei Dollar pro Gepäckstück und alle sonstigen Dienstleistungen werden mit fünf bis zehn Prozent entlohnt.

Da viele Urlauber den „tip“ nicht berücksichtigen, wird in einigen Touristengegenden das Trinkgeld direkt auf die Rechnung gesetzt, was an der Zeile „15% service included“ zu erkennen ist. Im übrigen Land vertraut man darauf, dass Touristen sich an diese Sitte erinnern und sie beherzigen!

„Cheers“ – aber mit Vorsicht!

Gespräche ergeben sich meist ganz ungezwungen.

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Heikel kann es in den USA beim Konsum von Alkohol werden, der erst ab einem Alter von 21 Jahren erlaubt ist. Dies wird streng kontrolliert und ein Verstoß entsprechend drastisch bestraft.

Daneben ist öffentlicher Alkoholkonsum rechtlich verboten – auch wenn viele Amerikaner selbst sich daran nicht halten, sollten Sie es als Tourist tun.

Betrunkensein gilt in den USA generell als unkultiviert und wird höchstens bei Studenten während ihrer Sommerferien toleriert. Nordamerikaner haben außerdem ein sehr gespaltenes Verhältnis zum Rauchen, weshalb im Freien fast nie zum Glimmstengel gegriffen wird. In fast allen Restaurants sowie Hotels gibt es Nichtraucher-Zimmer.

Ungezwungener Gesprächsstart

Menschen in Nord-Amerika sind generell sehr freundlich und aufgeschlossen gegenüber Fremden. Bei einem Treffen, gibt man sich die Hand und stellt sich mit Namen – im Geschäftsleben auch mit Titel – vor. Anders als bei uns ist bei Businessmeetings zwingend erforderlich, dass der Ranghöhere dem Rangniedrigeren die Hand zuerst entgegenstreckt. Einzig im französischsprachigen Osten von Kanada begrüßen sich Freunde wie in Frankreich mit drei Wangenküssen und einer Umarmung.

Nicht nur, weil es im Englischen für „du“ und „Sie“ das gleiche Wort („you“) gibt, sondern auch aufgrund der dort herrschenden Lockerheit geht man beruflich und privat immer schnell zur Anrede mit „du“ über.

Unbedingt erforderlich sind sowohl ausgesprochene Höflichkeitsfloskeln wie „thanks“ (danke) oder „please“ (bitte) als auch gelebte gute Manieren in Form von Türen aufhalten, aus dem Wagen helfen und so weiter. Daneben fühlt sich der Amerikaner beim Gespräch am wohlsten, wenn eine körperliche Distanz von mindestens einer Armlänge eingehalten wird. Mit dem Zeigefinger auf Personen zeigen, ist zudem gar nicht höflich.

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