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5 Oktober 2012 | Von Philipp Pander, York Hovest Photography

"Natur in Kunst verwandeln"

York Hovest verwandelt Landschaften mit seinen Fotos in Kunstwerke. Der Fotograf erzählt aus dem Nähkästchen und zeigt spektakuläre Bilder.


Grand Canyon (© Bild: York Hovest)
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  • Grand Canyon (© Bild: York Hovest)
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Grand Canyon

Warum zieht es Sie als Fotograf in die Natur?

York Hovest: Es ist nicht nur die Natur die mich so fasziniert. Es sind auch fremde Völker. Andere Menschen zu porträtieren ist eine große Leidenschaft von mir. Aber die imposante, beeindruckende Natur dieser Welt abzulichten, ist Teil einer Art Traumvorstellung, einer Art Illusion, die wir alle aus den Fantasien unserer Kindheit im Kopf haben. Die gilt es für mich, durch meine Fotografie in eine Art Kunstobjekt umzuwandeln. Ich bereise durchaus Ziele, die jeder dritte Tourist schon gesehen hat, aber ich lichte genau diese auf eine ganz andere Art und Weise ab und schaffe damit eine eigene Welt, so wie wir sie gerne sehen wollen.

Sieht man als Fotograf Natur und Landschaften aus einem anderen Blickwinkel?

Hovest: Die heutige Technik ermöglicht es uns, Bilder in eine Art „Look“ zu bringen, der uns eine Emotion wiedergibt.

Ihre Vita liest sich unglaublich spannend. Sie haben bereits als Model, Fitnesstrainer, Chauffeur und Werbeschauspieler gearbeitet. Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?

Hovest:
Ich habe schon als kleiner Junge fotografiert. Immer wenn ich mit meinen Eltern in den Urlaub geflogen bin. Meine Eltern hatten nie so richtig das technische Verständnis für Kameras. Deshalb habe ich schon mit fünf Jahren angefangen zu fotografieren – damals natürlich noch analog. Schnell hat sich gezeigt, dass ich das Auge und den Blick habe, schöne Urlaubsfotos zu machen. Damit war der Grundstein gelegt. Das Thema hat mich stets interessiert. Ich war auf Fotokursen und habe in der Schule meine ersten Projekte veranstaltet. Am Anfang meiner Karriere habe ich viele andere Jobs gemacht. Ich war jung und brauchte das Geld (lacht). Bis ich realisiert habe, dass meine Leidenschaft, mein Hobby, ein anständiger Job ist, mit dem man gutes Geld verdienen und sich eine schöne Karriere aufbauen kann. 2005 habe ich angefangen, verschiedenen Fotografen in Mailand, Südafrika und München zu assistieren. Und schließlich habe ich mich 2008 als Fotograf selbständig gemacht.

Welche Ecken der Welt haben es Ihnen ganz besonders angetan?

Hovest: Ich liebe das Extreme. Ich bin gerade von einer dreimonatigen Tibet-Expedition zurückgekommen, bei der wir auch am Mount Everest waren und uns permanent über 5000 Metern bewegt haben. Genauso gerne mag ich aber die Wüsten mit ihrer Leere und Weite, wo auf den ersten Blick nichts zu sehen ist. Aber auch das hat seinen Reiz. Da möchte ich mich nicht festlegen. Die Welt ist wunderschön und jedes Land, jeder Kontinent hat seine einzigartigen Ecken.

Wie haben Sie sich auf die Tibet-Expedition vorbereitet?

Hovest: Ich habe mich sechs Monate lang darauf vorbereitet. Zum einen habe ich mich intensiv über die Gegebenheiten vor Ort informiert. Zum anderen habe ich auch körperlich dafür trainiert. Regelmäßig bin ich in den Alpen geklettert und fast jeden Tag mit einem 30 Kilo schweren Rucksack und meinen Expeditionsstiefeln ins Büro gelaufen.

Wie sieht die Vorbereitung vor Ort aus?

Hovest: An dieser Stelle kommt dann der spießige, deutsche Mensch zum Vorschein (lacht). Nach meiner Ankunft nehme ich mir eine Unterkunft für zwei Tage und sauge die Begebenheiten der Landschaft auf, ich versuche meine Route zu planen, checke mein Fotoequipment doppelt und dreifach und packe meinen Rucksack, um mit ihm im Outback voranzukommen.

Welche Tipps können Sie angehenden Outdoor-Fotografen mit auf die Reise geben?

Hovest:
Grundsätzlich will ich angehenden Fotografen mit auf den Weg geben, dass sie sich von der großen Pauschal-Tourismusbranche fernhalten sollten. Man kann tatsächlich heutzutage jeden Kontinent bereisen und braucht eigentlich nur den Flug. Wir sind alle in einer gewissen Form überlebensfähig und können mit wenigen Dingen, die auch die Einheimischen nutzen, auskommen und leben. Kein ambitionierter Outdoor-Fotograf braucht Luxus oder sonstigen komfortablen Quatsch. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, das wenn man alleine reist, man die nötige Zeit hat, um den Moment zu finden und die Landschaft richtig zu porträtieren.

Wie unterscheidet sich die Outdoor-Fotografie von der herkömmlichen Fotografie? Worauf kommt es ganz besonders an?

Hovest: Die Zeit ist ein großer Unterschied. Die Zeit, sich mit den Einheimischen und dem Land auseinanderzusetzen und abzuwarten, was passiert.

Wie finden Sie Ihre spektakulären Motive?

Hovest:
Ich beschäftige mich intensiv mit dem Land, das ich bereise. Recherche ist alles. Umso mehr man sich informiert oder Reiseberichte von anderen Travellers liest, umso mehr hat man die Chance, tolle Orte zu finden.  Aber „Das Foto“ entsteht meist, wenn man sich vor Ort auf eine Art abenteuerliche Schatzsuche einlässt. Einfach mal nicht dem Pfad folgen.

Es hat Sie schon in ganz unterschiedliches Terrain verschlagen: Gebirge, Dünen, Meer, Schluchten. Was war besonders atemberaubend?

Hovest:
Ich finde die Stellen ganz atemberaubend, wenn sich Naturereignisse in den Landschaften entwickeln. Zum Beispiel große Stürme und Wolkenbrüche. Es waren auch oft tolle Nebelfelder oder Winde dabei oder große Unwetter am Meer. Das sind die speziellsten Aufnahmen.

Wo haben Sie das erlebt?

Hovest: Überall auf der Welt. Man muss nur darauf warten können. In Kroatien haben wir das  erlebt, als wir zwischen den Inseln auf einem Segeltörn waren. Wir sind in Seenot geraten. Genau in diesem Moment ist eines der schönsten Motive entstanden. Das Foto selbst wirkt auf eine Art beruhigend und befreiend, wobei der wirkliche Moment sehr beängstigend war.

Wo möchten Sie unbedingt noch fotografieren?

Hovest: Da gibt es sehr viele Orte. Aber das nächste Projekt wird ziemlich sicher Südamerika oder Zentralafrika sein. Mich reizt der Dschungel, aber auch die Menschen, die noch mit ihren alten Traditionen und in den simplen Behausungen völlig autark in der Wildnis leben.

Gibt es das perfekte Foto?

Hovest: Nein. Es gibt nur den perfekten Moment.

Wo haben Sie diesen erlebt?

Hovest: Den perfekten Moment zu erleben ist Teil meiner Berufung und Teil meines Bestrebens immer bessere Fotos zu machen. Die Kunst diesen abzuwarten, beziehungsweise ihn zu kreieren ist die Kunst eines Fotografen.

MSN: Haben Sie von all ihren Fotos, die Sie auf Ihren Expeditionen geschossen haben, ein Lieblingsbild?

Hovest: Ich habe aus jedem Land Lieblingsmotive. Zum Beispiel aus Kalifornien. Jenes Foto, welches ich an einem trostlosen verregneten Tag in San Fransicso geschossen habe. Das war einer dieser Tage, an dem die Menschen lieber im Starbucks sitzen oder es sich auf der Couch gemütlich machen. Ich nutze eine schlechte Wetterfront, um ein spektakuläres Foto von der Golden Gate Bridge zu machen.

Sie wollen mehr über York Hovest erfahren? Dann schauen Sie doch mal auf seiner Homepage vorbei!

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