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17 September 2009 | Von Welt.de/MSN.de

Porno mit acht, Sex mit 12

 


© Imago

Bernd Siggelkow würde gern Handys verteilen, mit denen Kinder nur telefonieren können - und sonst nichts. Er fordert mehr Freizeit- und Jugendeinrichtungen und Grenzen bei der Computernutzung. Was er in der „Arche“ erlebt, schockt ihn manchmal noch immer. Neulich spielte eine Gruppe Kinder nicht mehr Verstecken, sondern Gruppensex. Acht kleine Jungs warfen sich nacheinander auf ein Mädchen.
Nach den Schilderungen im Buch ist auch Verhütung bei der „Arche“- Jugendlichen ein Fremdwort. Sie glauben, dass warme Cola oder ein Sprint um den Block gegen Babys hilft. Siggelkow warnt deshalb auch vor mehr Teenager-Schwangerschaften. Beim Bundesamt für Statistik sprechen die Zahlen noch nicht dafür. 733 Mädchen, die 15 Jahre waren oder jünger, bekamen bundesweit 2007 ein Kind. Das ist die niedrigste Zahl seit dem Jahr 2000. Die Abtreibungsquote ist nicht gestiegen.

Für völlig aus der Luft gegriffen hält die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Siggelkows Beobachtungen dennoch nicht. „Das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, vor allem in schwierigen sozialen Milieus“, sagt Sprecherin Völker-Albert. In verwahrlosten Familie gebe es Probleme mit Alkohol, Drogen, Medienkonsum, Ernährung - und eben auch mit Sexualität. „Es gibt aber keine seriöse Studie, die einen Trend zu sexueller Verwahrlosung bestätigt“, ergänzt sie.
Bernd Siggelkow, früher Pastor bei der Heilsarmee, sieht sein Buch auch nicht als Studie, eher als aufrüttelnde Momentaufnahme. Viele „Arche“- Kinder wünschten sich für später eine eigene Familie, mit Vater, Mutter, Haus und Auto, berichtet er. Diese Träume zerstörten oft die eigenen Mütter. „Dat is wat für die anderen“, sagen sie.
Bernd Siggelkow, Wolfgang Büscher: Deutschlands sexuelle Tragödie: Wenn Kinder nicht mehr lernen, was Liebe ist, GerthMedien, 187 Seiten, 14,95 Euro

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(Fortsetzung)

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